Südtirol

Auf in die Dolomiten

Die Vorbereitungen sind im Gange.

Dolomiten, genauer gesagt Bozen ist unser „Basislager“ für 1 Woche.

Das Wetter soll ja mitspielen. Was erwartet uns?
Pässe, jede Menge Pässe. Mendelpass, Pordoi, Karer, Würzjoch, Gampenjoch, Grödnerjoch, Falzarego, Timmelsjoch, die Sella Runde und nicht zuletzt das Stilfser Joch.

Mal sehen wie es läuft. Seit langem mal wieder in den Alpen, da heißt es nicht zu übertreiben und vor allem Spaß und Erholung zu haben und keinen Stress.

Also dann, bis bald.

Hier aber schon mal der Link zum Album

Dolomiten vom 08.08. bis 15.08.2015

Der Hänger steht bereit, die Mopeds sind verladen und alles ist gepackt, es kann also losgehen.
Kurz nach 6:00 Uhr geht es von Köln nach Kardaun (bei Bozen) zum Eggentaler Hof.

Um 18:30 sind wir vor Ort, endlich.

Nachdem wir eingecheckt haben konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Die Bar war mit allerhand Whiskys bestückt, es gab gute Rum`s im Angebot und ein Kühlschrank mit gläserner Tür zeigte uns Nebraska Dry Aged, Tomahowk Steaks und noch einiges mehr.

Ich war also schon mal richtig! 😉

Am ersten Tag nach einem leckeren Frühstück hatte ich schon eine Tour geplant, behielt aber die Einzelheiten für mich. So erzählte ich nur vom Karersee und einer schönen Strecke zur Eingewöhnung. Nur keine Angst verbreiten….

Wir haben uns also den Karersee mit unzähligen Touristen gemeinsam angesehen, aber er war trotzdem schön anzusehen.

Wir setzten unsere Fahrt fort und fuhren hoch zum Pordoi Joch.

Es kamen Kehren über Kehren auf uns zu.

Entsprechende Kommentare hörte ich über unsere Helmkommunikation….“auweia“, „ach du liebe Zeit“ usw.

Fast obenangekommen machten wir eine kurze Pause. Alles war gut, die Gegend fantastisch und die Straße gut. Als weiter bis zur Passhöhe und direkt weiter bis Corvara von einer Kehre zur anderen.
Kein „Auweia“ mehr zu hören.

Unten angekommen stärkten wir uns und dann ging es ohne zu überlegen hoch zum Grödner Joch.
Da hatte ich selbst nicht mitgerechnet, aber es gab auch kaum einen anderen Weg zurück nach Kardaun:

Was für eine Natur! Unglaublich schön. Die Kehren waren vergessen bzw. sie wurden einfach akzeptiert, schließlich mussten wir ja auch da durch.. Nach einem kurzen Stopp gings hinten wieder runter durch das Grödner Tal und dann über Kastelruth und Völs zurück nach Kardaun ins Hotel.

Hier erwartete uns wieder leckeres Essen und dabei gingen uns die gesamten Eindrücke noch mal durch den Kopf.

Die Karte dazu vom 1. Tag

Montag ging es Richtung Norden über Bozen durch das Sarntal hinauf zum Penser Joch.

Es war wieder sehr warm und wir freuten uns nach der schönen Fahrt auf einen Cappu und ein Wasser: Wir genossen die tolle Aussicht. Von 2211m Höhe konnten wir kurz 2 Greifvögel von oben beobachten!

Genug Pause. Nun fuhren wir ins Tal über Sterzing zum Jaufenpass. Ich will ja nicht behaupten das wir die ganzen Kehren vergaßen, aber sie machten uns beiden richtig Spaß und die Lautsprecher in meinem Helm meldeten mir: „juhu, ich weiß jetzt wie es geht!“ Übung macht den Meister bzw. in diesem Fall die Meisterin.

Wer hätte das vor ein paar Tagen noch gedacht? Ich jedenfalls nicht, denn ich hatte mit mir ja auch noch genug zu tun.

Wir nahmen später den Weg Richtung Timmelsjoch und fuhren aber nur noch bis Moos und beratschlagten dort wie es jetzt weitergeht. Ein Entschluss stand schnell fest: durch das Passeiertal über Meran zum Eggentaler.

Im Passeiertal schlug uns die Hitze wie mit einem Fön ins Gesicht. Rundherum sahen wir fast nur noch Apfelbäume, klasse anzusehen. Über Burgstall umfuhren wir Meran und kamen so wieder zum Hotel zurück.

Nach einer ausgiebigen Dusche setzten wir uns in den Bus und besuchten Bozen.
Eine sehr schöne und lebhafte Stadt. Wir konnten viel sehen, lecker Essen und beschlossen wieder zu kommen. Das dies nicht klappen würde konnten wir ja noch nicht ahnen.

Der 2te Tag in der Übersicht


Spiegelung am Karer See

 

Am Dienstag sollte es den Mendelpass hinauf gehen. Kurz an Bozen vorbei und über Eppan eine tolle Straße nach oben auf bescheidene 1363 m. Die Fahrt war sehr schön, entspannt und ab und zu hatten wir einen tollen Blick ins Tal. Oben angekommen hatten wir schon fast Probleme eine Parkplatz für die Mopeds zu finden, der Teufel war hier los.

Es gab viel zu sehen. Natürlich mussten wir was trinken aber auch die obligatorischen Fotos wurden gemacht.

Nachdem mein Moped noch am Platz stand, ich hatte den Schlüssel stecken lassen, konnten wir auch weiterfahren und wir nahmen uns Cles und den gleichnamigen See vor. Was haben wir gesehen? Apfelbäume, unzählige Apfelbäume.
Die Runde führte uns an Fondo vorbei und wir fuhren zum Gampenjoch und haben uns dort mit Käse, Speck und Wurst gestärkt. (Ich hab den Eindruck als hätten wir viele Pausen gemacht.)

Dann wollten wir Meran sehen. Wer hatte nur diese verrückte Idee? Eine Affenhitze erwartete uns und deshalb musste ein Kurztrip durch die Stadt ausreichen, es war einfach viel zu warm in unseren Klamotten.
Aber es blieb noch Zeit für meine Anne noch ein paar „Lümpfchen“ zu kaufen. Sie hatte es sich ja auch verdient.
Wir machten uns nach gut 1 Stunde auf den Rückweg, wieder über Burgstall. Wir fuhren beide ohne Handschuhe und das will bei uns was heißen.
Am Abend ging es dann in die Pizzeria um die Ecke und wir wurden nicht enttäuscht.
Der Plan reifte uns am Donnerstag aufs Stilfser Joch zu wagen. Die paar Kurven….

Tag 3 auf der Karte

Mendelpass

 

Schon Mittwoch?
Wir nutzen die Zeit und stellen uns den Wecker auf 6 Uhr, wohlgemerkt: morgens!

Unsere Tour heute sollte etwas länger werden.

Über Klausen fuhren wir Richtung Würzjoch.
Es begrüßte uns eine recht schmale Straße durch kleine Ortschaften, vorbei an Gehöften, durch Wälder und immer wieder mit einem wunderbaren Blick auf die Berge. Man kann sich kaum satt sehen.
Dann erreichten wir das Würzjoch. Autos, Wanderer, Radfahrer, Mopedfahrer…hab ich was vergessen? Hier ist was los! Deshalb machen wir nur einen kurzen Fotostopp und fahren weiter über St. Martin bis Alta Badia. Hier genehmigen wir uns einen Cappuccino in dem Verkehrschaos des Wintersportortes. Hier gefällt es uns wirklich nicht.

Weiter geht’s. Schnell raus hier und die Mopeds Richtung Passo di Valparola und Passo di Falzarego gesteuert.  Die Tornanten verschwanden unter unserer Rädern und wir hatten wieder mächtig Spaß.

Traumwetter, viele Kurven und ganz viel zu sehen. Zügig ging es bis Arabba.  Hier mussten Bauernbrote her. Lecker mit Käse und Speck, was auch sonst.
Jaja, aber unser Tank war bei der Hitze schnell leer. 🙂
 

Gut gestärkt ging es nun über den Campolongo bis Corvara und dann über das Grödner Joch zum Sella. Uns stand die Münder offen. Was für ein Anblick. Diese Berge sind einfach nur beeindruckend.
 

Und davor? Parkplätze die nahezu alle besetzt waren. Die Mopedparkplätze waren nicht so belegt wie die für die PKW. Prompt lenke ich meine Kuh auf den Teil für die Ducati. Uns sofort werde ich von einem Ruhrpöttler angesprochen:  kannste nich lesen? Ich versuchte ihm zu erklären das ja der Boxer ursprüglich von Ducati kommt… Er glaubte mir nicht. Komisch. J

Lachend sahen wir uns um und entdeckten zig Menschen die in Liegestühlen lagen und die Zeit genossen. Kinder spielten und wir dachten einen Moment wir wären auf einer großen Kirmes hier bei uns am Rhein. Unvorstellbar.  Anne hatte die Idee überhaupt: wir fuhren mit der Seilbahn hinauf zur Toni Demetz Hütte auf 2685m Höhe.

Wir waren ganz klein und staunten über die vielen Kletterer und Wanderer hier oben.
Der Blick war garndios. Von hier oben konnten aufs Pordoi Joch gucken. Irre.

Unten angekommen setzten wir, mal wieder schwer beeindruckt, unsere Fahrt fort. Bis wir nach Canazei kamen. Es war Stau im Ort und zwar von vorne bis hinten. Polizisten regelten den Verkehr an den Zebrastreifen, denn sonst wäre an ein Weiterkommen nicht zu denken gewesen. Die wunderbar anzuschauenden Hotels waren kaum noch zu sehen, Autos und Menschen beherrschten das Bild des Ortes. Aber wenn Italien vor dem größten Feiertag des Jahres steht, dann ist eben Stau! Es staute sich auch noch in Pozza, aber dann konnten wir zum Karerpass abbiegen und kamen zügig voran.
 

Nach fast 10 Stunden waren wir zurück. Voller Eindrücke saßen wir beim Italiener, wo auch sonst in Südtirol!? Wir hatten beim Essen noch einiges aufzuarbeiten und wir wussten das wir den absoluten Höhepunkt unserer Reise gerade hinter uns gebracht hatten!!!!

Zur Karte

Blick vom Rifugium Toni Demetz rüber zum Pordoi

 

Heute ist Donnerstag und wir wollten das eigentliche Ziel unserer Reise erreichen, das Stilfser Joch.Aber mehr dazu später.

Unser Wirt, Armin Schmieder, warnte uns vor. Ihr müsst sehr früh oben sein, sonst ist alles voll, sie Italiener fahren jetzt alle hoch, auch die, die es nicht können! Eine schöne Tour ist über das Stilfser Joch runter nach Bormio, dann über den Gavia und später den Passo di Tonale zurück. Gute Idee, Danke Achim.
Wir stellten uns also nochmals den Wecker uns kamen schon mit den Motorradstiefeln zum Frühstück. Natürlich waren wir die ersten, 7 Uhr.
Voller Spannung machten wir uns auf den Weg. Ich wollte doch meiner Anne diesen Wunsch erfüllen, außerdem musste eine neue Jacke her (ein Insider).

Auf die Mopeds und los. Bis Schlanders kamen wir sehr zügig voran. Die nächste Tanke war unsere. Nochmal volltanken. Der Tankwart, ja die gibt es noch, fragte nach unserem Ziel. Die knappe Antwort: Stelvio. „Ihr müsst wissen das eine (Stein) Lawine abgegangen ist und die Straße Richtung Bormio gepserrt ist und ihr zurück müsst!“  Kurz überlegen: egal, wir fahren und sehen dann weiter.
Ab Prad wurde der Verkehr immer stärker. Autos, Motorräder und jede Menge Radfahrer begleiteten uns und die Aussage des Tankwartes wurde auf Schildern bestätigt. Vor der 3. Kehre, beim Hotel Schöne Ausssicht, machten wir eine kurze Pause und entschlossen uns den Rückweg anzutreten.
Ein paar Fotos nach oben und auf in den Vinschgau und zum Reschensee. Pause! Essen, Trinken, die Sonne aufsaugen und das Treiben beobachten. Natürlich auch die üblichen Standardfotos schießen. So sahen wir noch den Einsatz eines Rettungshubschraubers und wir konnten eine Menge Kitesurfer auf dem See beobachten.

Wir fuhren noch ein Stück bis hinter Nauders und machten uns dann auf den Rückweg.
Jetzt hatten wir auch noch mal kurz Österreich besucht.
Kloster Marienberg bei Burgusio statteten wir noch einen Besuch ab.
In Lana bei Meran bogen wir ab zum Gampenpass. Die Luft wurde wieder geatmet und musste nicht mehr mit Meser und Gabel aufgenommen werden, denn im Tal mussten wir mit ca. 40 Grad Celsius kämpfen.
Hier oben, immerhin 1500m, genossen wir die „Kühle“.
 

Nachdem wir das Stilfser also nicht gefahren waren, nahmen wir uns noch den Mendelpass vor um dann runter zum Kalterer See zu fahren. Wieder eine solche Hitze in diesem Kessel.
Schnell weg hier. Über Auer ging es mit ein paar Kehren nach Montagna wo wir dann beim Brückenwirt  unser Abendessen verputzten.
Gegen 9 kamen wir wieder beim Eggentaler an. Immerhin hatten wir fast 400 KM abgespult. 

Tag 5 Die Karte ist fast komplett, nur den Weg zum Eggentaler verweigerte mir Maps.

Meine Kuh vorm Ortler

 

Dyna und Rückblick zum Ortler

 

Standard am Reschensee

 

Der letzte Tag, Freitag. Was haben wir nicht alles noch vor heute.
Gemütlich frühstücken, eine kleine Abschlussrunde, dann noch mal mit dem Bus nach Bozen (die Stadt hat uns sehr gut gefallen), packen, Mopeds verladen, beim Eggentaler ein letztes Dry Aged, ein letzter Whisky…und schon wieder kommt es anders als gedacht.

Wir setzen uns auf die Mopeds und wollten eine kurze Runde drehen.
Durchs Eggental nach Obereggen.
Anscheinend eine Wintersportort, so wirkt er auf uns. Aber es sind reichlich Leute da, scheinbar viele Wanderer. Ach ja, die Italiener haben ja ihren Ferragosto.

Wir also wieder runter ins Tal über den Passo di Lavaze bis Cavalese. In Tresero machen wir eine kurze Pause mit Blick auf den Markt mit einem leckeren Cappu in Marias Bar für schlappe 1,40 EURO. Maria, wir kommen wieder!

Weiter mit unserer kleinen Abschiedstour. Über Bellamonte über den Passo di Rolle nach St. Martino de Castrozza. Hier drehten wir aus Zeitgründen und auch weil sich der Himmel etwas zuzog.

Also zurück über den Rolle zum Passo di Valles. Hier bestaunten wir mal wieder diese wunderbaren Berge, machten Fotos  und setzten uns zur letzten Mahlzeit ins Lokal auf der Passhöhe. Wie nicht anders zu erwarten war es lecker!
Danach ging es hinab, vorbei an Falcade zum Passo di San Pellegrino. Hier waren die Kehren schon mal was enger, die Straßen schmaler und die Steigungen bzw. Gefälle gingen bis 15 bzw. 18 Prozent.

Jetzt fing es leicht an zu regnen bis uns plötzlich ein mächtiger Donner und der dazugehörige Blitz fast aus dem Sattel hoben. Wir waren wach! Jetzt wurden wir auch leicht feucht. Ich schloss zuerst einmal die Belüftungsreißverschlüsse meiner Jacke, schließlich sollte Luft rein und kein Wasser.
Die weitere Fahrt machte nicht wirklich Spaß, denn es regnete leicht und natürlich hatten wir diesmal nichts gegen den Regen dabei. Aber so schlimm war es dann auch nicht. Über Moena und Pozza ging es dann über den Karerpass, vorbei am
Karersee – ein letzter Gruß – durch das Eggental zum Hotel, gerade noch rechtzeitig.
Nach dem verdienten Cappu goss es wie aus Eimern. In einer kurzen Regenpause verluden wir schnell die Mopeds auf dem Hänger, den hatten wir schon son hingestellt das wir eigentlich nur noch auffahren mussten. Fertig.
Jetzt konnte es regnen und das tat es auch. Gewitter über Stunden und Regengüsse wie wir sie kaum jemals gesehen hatten. Aber wir saßen mittlerweile auf der gut überdachten Terrasse und genossen nicht nur das Naturschauspiel. Wir aßen Filet und Rib Eye und tranken einen guten Tropfen aus Südtirol. Was konnten wir sonst noch wollen, außer mehr Urlaub!?

Wenn ich jetzt schreibe das noch etwas fehlt (hab ich ja oben schon) ist das Jammern auf hohem Niveau. Aber das Stilfser Joch machen wir auch noch und eine neue Jacke ist dann fällig!
 

Danke mein Schatz für diese tolle Woche. Ich bin selbst froh alles geschafft zu haben, schließlich fehlte etwas Erfahrung vor der Tour. Vor dir zieh ich meinen Hut. Das du das so gut gemeistert hast und dermaßen viel Spaß hattest finde ich einfach nur KLASSE.

In der Übersicht

Würzjoch

 

Irgendwo am 1. Tag

 

Kurz vor dem Pordoi

 

Kleiner Überblick über die Whiskyauswahl beim Eggentaler


Hier kommt dein Text zu unserem Urlaub

Dolomiten vom 08.08. bis 15.08.2015
ein Geburtstagsgeschenk von Henry zu meinem 60sten

Nach einigen Vorbereitungen, Hänger abholen, verladen unserer Mopeds,
sind wir am Samstag um 06:00 von Köln Richtung Bozen abgefahren.
Die Fahrt war lang und es war heiß. Wir kamen ohne irgendwelche Probleme
endlich und leicht geschafft gegen 18:30 am Eggentaler Hof in Kardaun an. Nachdem wir sofort die Mopeds abgeladen und die Sachen verstaut hatten,
gingen wir Abend essen. Lecker, der Wein tat seins dazu, dass wir sofort einschlafen konnten.

Sonntag, 09.08.2015
Nach einem leckeren, typisch italienischen Frühstück, machten wir unsere Mopeds fertig.
Die erste Tour sollte noch nicht soweit und anstrengend werden.
Also fuhren wir durch das Eggental über Welchenhofen zum Karasee.
Ein irrer Anblick, mit vielen blau-und türkis-Tönen. Die Berge spiegelten sich im stillen Bergsee, nicht nur uns gefiel es hier sehr gut. Mit uns 1000 andere Touris… Es sollte sich während dieser Woche auch nicht ändern. Überall war es voll…..Touris overall ………..
Von dort ging es weiter zum Karerpass ( 1745 m ) Über Pozza nach Canazei, ein Wintersportort mit großen, wunderschönen Hotels, eins neben dem anderen.
Die Kehren ( Tornanten ) wurden immer mehr, aber gut zu fahren. Ich hatte keine Angst, bin aber noch sehr zaghaft um die Kurven gefahren.
Plötzlich waren wir auf dem Podoijoch (2239 m )
Es hat super geklappt, also sind wir weiter gefahren. Über Arabba nach Corvara, auf zum Campolongo ( 1875 m ), von dort weiter zum Grödner Joch ( 2121m ).
Ich war überwäligt, unterwegs konnte man die gewaltigen Bergriesen schon sehen. Sie kamen teilweise schon recht nahe, aber hier oben war es einfach gigantisch. So hohe Berge habe ich noch nicht gesehen, bis einmal den Säntis in der Schweiz. Man kann es nicht mit Worten ausdrücken, einfach nur schön………….Das Wetter spielte natürlich auch mit, wir hatten eine super Sicht mit viel Sonne.
Irgendwann mußten wir weiter. Auf der anderen Seite ging es runter, über Wolkenstein bis St. Ulrich weiter über Kastelruth und Völs , zurück nach Kardaun.
Leider haben wir die Seiser Alm nicht mitgenommen. Am ersten Tag wollten wir uns dann doch nicht überfordern. Nach 4 Pässen und 100 Kehren wollten wir dann doch zurück. Der Hintern tat weh, das Hirn war alle und der Rücken meldete sich.
Es war eine super Tour mit bestem Mopedwetter.
Der erste Tag war geschafft, wir haben im Hotel lecker gegessen und sind nur noch ins Bett gefallen.

Montag, 10.08.2015
Wieder erholt und nach einem guten Frühstück konnten wir erneut angreifen.
Das Navi führte uns quer durch Bozen, Richtung Sarentino durch das Sarntal, ein wunderschönes Tal. Die Strasse führte an der Talfer vorbei durchs Pensertal, rauf aufs
Penser Joch ( 2211 m ) . Eine Kaffee Pause in der Sonne und ein paar Bilder gemacht, und schon ging es weiter runter nach Sterzing.
Durch´s Jaufental wieder einmal nach oben und gefühlten 200 Tornanti zum
Jaufenpass ( 2094 m ) Hier ließen wir und eine Bockwurst schmecken und die einmalige Gegend auf uns wirken. In der Sonne war es super warm und angenehm.
Über die Sisi-Straße fuhren wir gemütlich durch die Kehren nach St. Leonhard. Den Abzweig zum Timmelsjoch haben wir noch genommen, aber nur bis Moos und danach wieder zurück über das Passeiertal nach Dorf Tirol und Meran. Der Kessel Meran war aufgeheizt bis auf 40 Grad und wir mit unseren Moped Klamotten !!!!! Über Burgstall, Mölten und Merlan fuhren wir durch tausende Apfel Plantagen zurück zum Hotel.
Bis auf die Unterhosen patschnass geschwitzt kamen wir an. Die Socken, Stiefel, Jacken und Jeans mussten wir auf der Terrasse zum Trocknen aufhängen.
Wieder frisch gemacht und umgezogen haben wir uns abends nach Bozen aufgemacht.
Der Bus brauchte nur 5 Minuten bis in die Innenstadt. Dort sind wir etwas umher gelaufen und sind schließlich im Bistro „ Fischbänke „ gelandet. Ein bisschen schrill und bunt, aber sehr erfrischend mit vielen jungen Menschen.
Man konnte „Leute gucken“ Nach dem Essen gingen wir weiter und kamen zu einer Straße in der ein Weinfest stattfand. Menschen drängelten sich von Stand zu Stand, das war nichts für uns. Wir gingen wieder zum Walterplatz, tranken einen Kaffee und fuhren danach zurück zum Hotel.
In dieser Nacht bin ich mehrmals die Pässe rauf und runter gefahren………….

Dienstag, 11.08.2015

Heute wollten wir es gemütlich angehen.
Unser erstes Ziel war der Mendelpass, südöstlich von Bozen.
Durch Bozen über Eppan fuhren wir entspannt zum Mendelpass hoch. Die Strecke war super zu fahren und wieder einmal durch eine wunderschöne Landschaft.
Am Passo di Mendola ( ca. 1363 m ) war Kirmes. Radfahrer, Autofahrer, Wanderer und natürlich Mopedfahrer trafen sich bei einem Kaffee oder schauten sich einfach nur die Gegend an.
Nach unserem obligatorischen Kaffee fuhren wir runter nach Samonico von dort weiter nach Cles, umrundeten den Cleser See. In Cagno haben wir kurz Halt für ein paar Fotos gemacht.
Von dort ging es weiter nach Fondo, vorbei an Milliausen von Obstbäumen.
Auf zum Gampenjoch ( 1518 m ), wo wir eine leckere Brotzeit hatten.
Wir rafften uns auf, um wieder runter in die Hitze zu fahren. Über Lana nach Meran. Dort schauten wir uns nur kurz die Stadt an. Mit den Moped Sachen war es einfach zu warm , um lange in der Stadt zu flanieren. Mit Wasser und Eis kühlten wir unsere Temperaturen etwas runter, um danach wieder über Burgstall, Mölten und Terlan zurück zum Hotel zu fahren.
Unsere Klamotten wurden , wie jeden Abend, auf der Terrasse gelüftet und getrocknet.
wir machten uns ausgehfertig und gingen zum Italiener um die Ecke zum Pizza essen.
Beim Essen entschlossen wir uns, Donnerstag zum Stilfser Joch hoch zu fahren, bis dahin bin ich mit den Tornanten gut Freund.

Mittwoch, 12.08.2015

Da wir eine größere Tour vorhatten, bimmelte unser Wecker bereits um 06:00 Uhr.
Nach dem Frühstück, machten wir die Mopeds fertig. Das Navi brachte uns über Klausen und Villnöß hoch zum Würzjoch ( 2006 m ). Dieses Mal war die Straße sehr eng , die Kehren waren etwas schwerer zu fahren, aber wir hatten nach wie vor unseren Spaß……..
Über St. Martin ging es zum Wintersportort Alda Badia, die Hölle………Hotels ohne Ende, Menschen mit Stöcken und Wanderschuhen liefen in Massen auf die Höhen.
Über den Passo di Valporola ( 2197 M ) und den Falzarego ( 2105 M ) fuhren wir unsere Tornanten nach Arabba. Dort haben wir uns mit leckeren Broten gestärkt. Von dort ging es weiter über den Passo di Campologno ( 1875 m ) und Corvara zum Grödnerjoch. Den kannten wir ja schon und sind durchgefahren, da wir doch noch auf´s Sellajoch ( 2240 m ) wollten.
Das war der Hammer…………Berge zum Greifen nah, Menschen auf den Wiesen im Bikini, Kinder auf dem Spielplatz……Menschen wanderten die Berge rauf, lagen in den Liegen vor dem Restaurant, Mopeds, Autos, Fahrräder, Wohnmobile….wie auf Pützchens Markt.
Ich entdeckte eine Seilbahn, die hoch auf den Kofler 2695 m fuhr. Dort mußte ich hin.
Gigantisch….dort oben war nicht weniger los wie unten. Die Jungs mit ihren Seilen kletterten in die Berge. Viele Menschen, die von dort runterwanderten. Natürlich fuhren wir mit der Bahn nach unten.
Mit dem Moped war die Fahrt ebenfalls geschmeidig, bis wir in Canazei reinfuhren… STAU
Am 15.8. ist Feiertag in Italien „ Ferragosto „ Maria Himmelfahrt. Uns wurde erzählt, das davor und danach ganz Italien Urlaub hat und unterwegs ist . Und alle haben sich hier an der Sella Gruppe getroffen. Bis Pozza staute es sich , wir konnten glücklicherweise von dort Richtung Karerpass , Karersee abbiegen und nach Hause fahren, ohne weiteren Stau zu haben.
Dieser Tag war ganz eindeutig unser Highligth, 9 ½ Stunden auf dem Moped mit nur kurzen Pausen.
Die Tour konnten wir beim Italiener nochmals überarbeiten und durchsprechen.
Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis ich alle Eindrücke verarbeitet habe.

Wouw……….

Donnerstag, 13.08.2015

Heute hieß es wieder früh aufstehen, denn das Stilfser Joch stand auf dem Programm.
da die Anfahrt schon 1 ½ Stunden dauern würde, sind wir bereits um 7:45 gestartet.
Bis Meran sind wir über die Autobahn gefahren, um km zu machen, danach weiter bis Schlanders, wo wir nochmals volltanken wollten.
Der freundliche Tankwart fragte uns, ob wir hoch zum Stilfser Joch wollten. Nachdem wir ihm sagten, das dem so ist, teilte er uns mit, das die andere Seite Richtung Bormeo gesperrt sei.
Freitag sei eine Lawine abgegangen und hat die komplette Straße auf einem Stück verschüttet.
Wir hätten also die gleiche Strecke wieder zurückfahren müssen.
Frohen Mutes sind wir aber dennoch weitergefahren. Der Verkehr wurde immer dichter, viele Radfahrer, Autos und Mopeds, die den gleichen Weg hatten, wie wir.
Über Sponding, Brad bis Traffoi sind wir gekommen. Dort haben wir uns auf einem Parkplatz die sich nach oben ziehende Schlange angeschaut und beschlossen, nicht weiter zu fahren.
Nach oben wären wir noch gekommen, aber runter sicherlich nur sehr schwer.

Nachdem wir unser Vorhaben abgebrochen hatten, nahmen wir Kurs auf den
Reschenpass ( 1504 m ), der sehr einfach zu fahren war. Am Reschensee wurde Mittagspause gemacht, mit einem tollen Blick auf den See. Danach fuhren wir weiter über die Grenz nach Östereich bis Nauders. Dort wurde gewendet und wir machten uns auf den Weg zurück nach Meran. Bei 40 Grad schlugen wir den Weg zum Gampenjoch ein , wo es dann nur noch 25 Grad waren und sehr erholsam. Patschnass geschwitzt hielten wir an einem Lokal, in einer Kehre, wo wir uns erholen und abkühlen konnten.
Erfrischt ging es weiter über den Mendelpass zum Kalterer See. Wir hatten das Gefühl irgendwo am Meer zu sein, so voller Menschen war der See.
Über Auer sind wir nach Montagna gefahren um dort Abend zu essen. Der Weg zurück führte uns wieder über Auer und Bozen . Um 9 Uhr waren wir zu Hause , nach 390 km waren wir kaputt. Im Hotel haben wir noch einige Zeit mit unserem Wirt zusammengesessen und erzählt, um dann schnell ins Bett zu fallen.
Es war wieder ein sehr ereignisreicher Tag…………

Freitag, 14.08.2015

Unser letzter Tag ist eingeläutet…………..
Da wir vorhatten nachmittags die Mopeds zu verladen, sollte diese Tour nicht mehr sehr lange werden.
Über Birchabruck durchs Eggental bis Obbereggen. Über den Passo di Lavazzé ( 1805 m ) bis runter nach Cavalese. In Tesero haben wir Kaffeepause gemacht, bei Marias Bar gibt es den besten Cappu und den günstigsten…….
Weiter ging es über Bellamonte, den Passo di Rolle ( 1989 m )nach St. Martino di Castrozza.
Es zogen so langsam Wolken auf und wir entschieden uns zurückzufahren, über den
Passo di Rolle zum Passo di Valles ( 2032 m ). Dort haben wir lecker zu Mittag gegessen, Gemüsesuppe und Brot, und natürlich wieder einige Bilder gemacht.
Nach unserer Pause führte uns der Weg an Falcade vorbei zum
Passo di San Pellegrino ( 1918 m ) bei 15% Steigung und 18 % Gefälle runter bis Moena.
Auf unserem Weg runter vom Pass fing es leicht an zu regnen, und wir hatten natürlich unsere Regenkombi im Hotel gelassen !!! Ein heller Blitz und ein kräftiger Donner machte die Abfahrt auch nicht leichter.
Bei St. Giovanni bogen wir links zum Karapass ab und über Welschenhoven sind wir zurück zum Hotel Eggentaler Hof gefahren. Durch das Spritzwasser waren wir doch ein wenig feucht geworden, haben uns als Entschädigung einen Cappu getrunken und sofort die Mopeds aufgeladen und festgemacht.

Abends haben wir ein letztes Mal im Hotel gegessen, wie immer ein Träumchen……

Was uns leider noch fehlt, ist das Stilfser- und das Timmelsjoch…….aber es gibt ja noch mehr Sommer………..

Es ist alles gut gelaufen, unsere Mopeds haben nicht einmal gemuckt und haben uns sicher
durch die Berge rauf und wieder runter gebracht.
Das Wetter konnte nicht besser sein, selbst auf den Bergen war es warm.
Das Hotel war Spitze, das Essen war super, es hat einfach alles gepaßt.

Die Tornanten sind jetzt meine Freunde……der Respekt bleibt, aber die Angst ist mir genommen.

Zum Abschluss möchte ich mich bei meinem Schatz für diese wunderschöne und an Erfahrungen bereicherte Reise bedanken. Für mich war es einer meiner schönsten Urlaube.

D A N K E

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