Toskana

Oups, da geht es schon los.

17.06.2017

Der Hänger ist mit den beiden Mopeds beladen. Unser Ziel für heute liegt kurz vor Bozen.
Einmal übernachten und dann weiter bis Castelfiorentino. RuckZuck.
Denkste.
Der Weg ist weit und beschwerlich. Es ist heiß, der Verkehr deutlich spürbar und um Verona, Modena und Bologna trägt er nicht wirklich zur Entspannung bei.
Dafür wird es aber nicht besser. Ab Florenz wird die Straße schmaler, holperig und erfordert noch mehr Konzentration.
Aber letztendlich haben wir unser Ziel in Castelfiorentino am 19.06. erreicht: La Pieve Charlotte und Matteo heißen uns herzlich willkommen.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: der Parkplatz!

Schotter, staubig und es ist abschüssig. Anne hat den Kaffee auf und ich ehrlich gesagt auch, vor allem der Hänger ist so schwer.
Anne, Harley und Schotter, eine Kombi die nicht geht. Dazu kommt noch eine doofe Ausfahrt an der Hauptverkehrsstraße.
Nach einigen Mühen, wir waren beide fix und fertig, standen endlich die Mopeds an ihrem Platz und der Hänger gesichert in einer Ecke – was für eine Sch…arbeit.

Jetzt fing aber der Urlaub an, spätestens beim Abendessen auf der Terrasse. Was für ein Blick

Matteo wusste was er da in der Küche tut!

Am 20.06. führte uns mit das Auto nach San Gimignano.
Es war heiß aber die Fahrt dorthin sehr schön. Es lohnte sich einige Male anzuhalten um Fotos zu machen.
In der Stadt angekommen sahen wir erst einmal nur besetzte Parkplätze und Busse. Die Stadt war voll. Trotzdem spazierten wir mit genügend Muße durch die alten Gassen und schauten uns die Auslagen in den Geschäften an. Irgendwie war das alles für uns gemacht, für die Touristen.
Aber was anderes hatten wir auch nicht erwartet. An der Piazza della Cisterna erwartet uns ein schattiges Plätzchen und der obligatorische Cappucino, eine Flasche Wasser und ein Eis.
Wasser wurde in feinen Nebeln an allen Ecken der Sonnenschirme zur Kühlung versprüht. Sehr angenehm.
Nachdem wir uns erholt und erfrischt hatten wurden wir mutig und bestiegen einen der Türme an der Piazza delle Erbe.

Mit einem prächtigen Ausblick über San Gimignano und die Toskana wurden wir belohnt. Das erste Mal profitierten wir von unseren Hüten welche wir uns vor dem Urlaub gekauft hatten: Sonnenschutz.

Am Abend saßen wir wieder auf „unserem“ Platz auf „unserer“ Terrasse. So lässt es sich aushalten.

21.06.
Wir wollten das volle Programm, also dann.
Auf nach Pisa. Das erste Mal Richtung Meer. Auch hier quälte sich wieder alles über die Autostrada, aber es war eigentlich ganz angenehm zu fahren.
Angekommen, aber wo müssen wir hin? Mit Hilfe von Navi, Handy und nicht zuletzt von Hinweisschildern fanden wir einen Parkplatz in der Nähe von Dom und dem Schiefen Turm.
San Gimignano war voll, aber die Steigerung war Pisa und wir ahnten noch nicht dass es hierzu noch eine Steigerung gibt. Aber dazu später.

Wir staunten über die anderen die sich zum Affen machten um auf einem Foto den Turm zwischen den Händen zu halten, ihn abzustützen oder zwischen den Fingern zu halten. Es war sehr lustig für uns. Wir sahen uns natürlich alles an was es um den Turm und den Dom zu sehen gab. Oben, also auf dem „Schiefen“ waren wir nicht, denn da standen schon genug Touris.

Wir gönnten uns den Standard-Cappu und natürlich Wasser, denn ohne Wasser wäre es fast nicht zu überstehen. Noch ein kurzer Spaziergang und dann machten wir uns auf in Richtung Carrara.
Schließlich waren wir ja schon in der Nähe.

Wir fuhren eine ganze Weile und wollten ins Carrara ans Meer, aber irgendwie war alles „abgesperrt“. Hafenanlagen, Schwimmbäder usw. Also machten wir uns auf in Richtung Marmorbrüche. Riesige Brocken der weißen Steine hatten wir schon in der Stadt gesehen, bei verschiedenen verarbeitenden Betriebe. Die weißen Brüche in den Bergen wiesen uns den Weg, jedenfalls bis wir sie aus den Augen verloren. Aber schließlich ging es steil die Berge hoch, vorbei am Marmormuseum kamen wir endlich in die Nähe des Marmors. Beeindruckend.

Ebenso beeindruckend war auch der Supermarkt den wir im Zentrum von Carrara ansteuerten. Glutenfreies wohin man sieht und eine Fleisch- und Wursttheke die seinesgleichen sucht.
Wir haben uns hier lange aufgehalten, sicher auch weil es viel zu sehen gab, aber auch die Klimaanlage genossen wir ganz nebenbei

22.06. unser erster Tag auf den Mopeds
40 Grad und wir setzten uns auf die Dinger. Wir hatten ja unsere Sommerjacken dabei.
Jetzt bloß keine Ampel.
Der Start über den Parkplatz funktionierte ohne Probleme.
Es dauerte aber nicht wirklich lange bis die Harley zu stottern anfing. Die neuen Zündkerzen.
So ein Scheiß. Ran an den Straßenrand, aber nur da wo Schatten ist.

Die alten Kerzen wieder reingedreht und es ging weiter. Eine wunderschöne Gegend. Unsere Mopeds führten uns auf die Terrasse von Bistro dai Galli in Ciciano. Hier stärkten wir uns mit ….? Wasser und Espresso, Cappu hatte Pause.
Und auf der Karten standen Picci, da mussten wir zuschlagen.

Von der Besitzerin, sie sprach sehr gut Deutsch, bekamen wir den Tipp die Abazzio San Galgano zu besuchen. Warum nicht?

Ein lohnender Ausflug und nicht weit weg, somit auch wieder ein Grund für eine Pause, Wasser tanken für die beiden Biker. 🙂

Nach einem ausgedehnten Spaziergang und einer längeren Pause ging es über die Dörfer zurück über Colle di Val dElsa
und Poggibonsi bis zu unserem (Schotter-) Parkplatz am Hotel.
Es war schön, aber wir wussten das wir am nächsten Tag die Mopeds zurücklassen werden.

Toskana mit dem Moped. Eine wunderschöne Gegend, schöne und kurvenreiche Straßen aber man sollte sich die Anreise mit dem Hänger überlegen und vor allem zu einer anderen Jahreszeit fahren. Von der Auswahl des Parkplatzes schreibe ich besser nichts.

23.06.
Siena, das 1. Mal in diesem Urlaub, also war es nicht das letzte Mal.
Wir parkten irgendwo weit oben und waren dennoch weit vom Campo entfernt. Also dann, der Wagen stand sicher und wir machten uns auf den Weg. Jetzt war er noch nicht so lang aber der Rückweg am Abend zog sich ganz nett.
Wir erreichten den Campo über kleine Straßen und Gassen, sehr schön anzusehen. Der Blick auf das Handy war unvermeidlich, hier läuft keine Straße parallel zur anderen. Da hinten war unser Ziel, immerhin sahen wir schon den Dom.

Hier schauten wir uns erst einmal um und wir waren begeistert. Trotz der vielen Touristen hat diese Stadt ihren Charme behalten. Es gibt ständig was neues zu entdecken. Der Campo bietet an sich ja schon genug. In den ihn umgebenden Straßen laden Geschäfte zum Ansturm auf Souveniers, Olivenöl, Balsamico und natürlich Eis und Kaffee ein. Wir wollten ja eigentlich zur Bar Pasticceria NANNINI http://www.pasticcerienannini.it/ , aber irgendwie sind wir immer eine Gasse zu früh oder zu spät abgebogen, dann eben nicht.

Ständig entdeckten wir an den Mauern der Häuser eigenartige Lampen mit Symbolen wie einer Schnecke oder einer Giraffe. Merkwürdig, die konnten doch nicht immer so dort hängen…? Wir kommen schon noch dahinter. Das Zauberwort war PALIO

Nach Wasser und Cappu gingen wir zum Dom. Was ist der schön und beeindruckend.
Prächtig der er vor uns und den anderen Touris. Die Schlange vor dem Dom war kaum vorhanden, nur einige wenige wollten dort rein, wir also kurz entschlossen angestellt und rein.
Was für ein Anblick, der Hammer. Noch prächtiger als von außen. Sehr, sehr schön. In jeder Ecke gab es was zu entdecken. Wir waren hin und weg. Nach dem ausgiebigen Besuch des Duomo https://operaduomo.siena.it/it/ ging erst mal wieder zum Nachtanken 😉

Wir entschlossen uns noch den Facciatone zu „besteigen“. Treppen, natürlich aber der Aufstieg hat sich gelohnt, zumal nicht unendlich viele Besucher hochgelassen werden. Wir haben ca. auf der Hälfte ca. 15 Minuten warten müssen bis wir dran waren. Der Ausblick auf den Dom, den Campo und die ganze Stadt war es wert. Wie wir finden, ein absolutes MUSS.
Wir haben den Tag in Siena genossen obwohl es heiß und voll war. Unter dem Strich bleibt die Aussage von vorhin, eine wunderschöne Stadt mit viel Charme.

Den etwas „längeren“ Rückweg zum Parkplatz, es ging runter und rauf, hatte ich vergessen bis ich anfing diesen Bericht zu schreiben.
Und natürlich lag es auch daran das wir noch hier und da mal um alle Ecken gucken mussten 😉

24.06.

Der heutige Tag war schon recht entspannt. Wir machten uns am Nachmittag auf in Richtung Volterra.
Von dort oben hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Umgebung. Wir konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben.
Ich hatte dann noch die grandiose Idee die SR68 Richtung „Saline“ fahren zu wollen um Volterra mit seinen vielen Lichtern fotografieren zu können.
Eine blöde Idee, denn die Straße geht recht steil bergab und sie ist so schmal dass es kaum Möglichkeiten gibt Volterra überhaupt zu sehen, geschweige denn anzuhalten.
Hatten wir mal einen Platz gefunden da fraßen uns schon die Mücken auf. Also fuhren wir erst einmal bis „Saline“, drehten dort um wieder rauf nach Volterra zu kommen.
Danach ging es den dunklen Weg zurück nach Castelfiorentino. Aber schön war es trotzdem in Volterra.

25.06.
Die Mopeds gesattelt und ab in die Toskana – dachten wir.
Irgendein Scherzkeks hatte sich an den Mopeds zu schaffen gemacht. Jedenfalls war der Lenker an der Dyna locker und nach unten gedreht und Schrammen gab es am Auspuff. So ein Scheiß.
Wir machten uns etliche Gedanken wie das passiert sein konnte. Da hatte wohl jemand auf dem Parkplatz seinen „Spaß“ gehabt. Es ist uns bis heute ein Rätsel, denn die beiden Mopeds waren per Kette miteinander verbunden, aber nur an Anne`s Dyna waren Schäden. Sehr ärgerlich.
Nach kurzer Reparatur auf freier Strecke war der Lenker wieder gerichtet und wir fuhren Richtung Empoli um dann ostwärts in die Weinberge des Chianti
zu fahren unser Ziel war „Greve in Chianti“.
Es ging ständig hin und her mit teils nicht erwarteten Steigungen und natürlich auch Gefällen.
Eine wunderschöne Landschaft mit immer wieder neuen Ausblicken auf die sanften Hügel und die vielen Weingüter aus einem DER Weinanbaugebiete überhaupt. Herrlich.
Danach ging es über „Radda in Chianti“ nach „Castellina in Chianti“ bis „Poggibonsi“.
Die SR 429 macht schon richtig Spaß

Als wir geduscht auf der Terrasse des Hotels saßen rätselten wir immer noch über Ärgernis am Morgen nach. Anne war zu Recht sauer und ich konnte das gut verstehen.

26.06.

Assisi war geplant, dabei blieb es dann aber auch. Auch das wussten wir aber noch lange nicht.
Das Navi war mit Assisi gefüttert. Aber ich hatte mal wieder eine Idee und Zeit und Raum völlig unterschätzt. Bei Sinalunga bin ich dann irgendwie, quasi fremdgesteuert, nach Pienza gefahren, es war jedenfalls die grobe Richtung…. Montalcino, San Quirico d`Orcia und Monticchiello waren 3 der Orte die wir passierten im „Val d`Orcia“.
Ein Blick schöner als der andere, Toskana pur.
Wir fanden, einem kleinen Hunger folgend, das Castello di Velona. Was für ein Hotel!
Wir wollten nur eine Kleinigkeit essen und etwas trinken. Uns stand schon der Mund offen als wir uns das Hotel anschauten. Hier passte alles zusammen.
Nachdem wir jemanden gefunden hatten wurde uns gesagt das wir lediglich an der Poolbar eine Kleinigkeit essen können. Aber gerne gerne.
Wir wurden also zur Poolbar geführt und auf dem Weg dorthin erfuhren wir so gut wie alles über die Geschichte des Hotels, jedenfalls wenn wir richtig zugehört hätten.
Atemberaubende Blicke über das Tal und auch das Hotel ließen uns die Konzentration auf das Gesagte verlieren.
Am Pool wurden wir schließlich fürstlich bedient, obwohl wir für diesen Ort nicht ganz passend gekleidet waren. 😉

Wir bekamen die bestellten Getränke und die kleinen Gerichte. Frisch und sehr lecker zubereitet und natürlich ansprechend serviert. Es war ein Traum, wir genossen den Augenblick.
Aber irgendwann hat alles mal ein Ende und wir gingen zur Rezeption weil wir dort zahlen mussten. Zum Glück hatte ich die Kreditkarte dabei.
Auch danach konnten wir immer noch sagen das es sich gelohnt hat dieses Hotel „zu finden“.

Beschwingt setzten wir den Weg fort und fuhren bis nach Montepulciano. Kurz vorher sahen wir ein großes Gebäude auf einem Hügel. Kein „Durchfahrt-verboten-Schild“, also bogen wir ab.
Es ging hoch zum Weingut Massaini. Natürlich kamen wir nicht ohne ein paar Flaschen Wein, insbesondere Vin Santo, wieder zurück zum Wagen. Dort oben war eine ganz andere Welt, es war vollkommen ruhig in den Gemäuern des Weingutes.


Jetzt aber Montepulciano. Natürlich wussten wir schon lange das Assisi gestrichen war. Schade, aber so hatten wir viel anderes erlebt mit dem wir nicht gerechnet hatten.
Der Rückweg wurde nach einem kurzen Besuch der Weinstadt auf dem Berg in Anspruch genommen.
Ob jetzt das Navi oder ich selbst versagte, auf jeden Fall fanden wir den direkten Weg Richtung Siena nicht. Wir fuhren auf der A1 in Richtung Arezzo, was für ein Umweg.
Jetzt aber mal das Navi missachtet und an den Schildern orientiert, lief auch nicht viel besser.
Es ging zunächst runter von der Hauptverkehrsstraße um nach was essbarem zu suchen. Irgendwo im Nirgendwo wurden wir fündig.
Leider hatte ich das erste und auch das letzte Mal Pesch in diesem Urlaub, mein Essen war fettig. Und das in der Toskana, kaum zu glauben.

Der Heimweg zog sich ziemlich lange hin. Wir hatten einen schönen Tag mit wunderbaren Begegnungen hinter uns und dazu waren wir einfach nur kaputt.

27.06.

Livorno! Wir stellten uns eine Stadt mit einem attraktiven Hafen vor. Aber zuerst suchten wir einen Parkplatz und das Zentrum der Stadt. Sehr wuselig war es hier, vor allem aber heiß.
Nachdem den Wagen sicher geparkt hatten liefen wir durch Stadt und fanden eine Markthalle, leider war der Verkauf aber fast zu Ende. Trotzdem konnten wir einige Eindrücke sammeln. Auch einen großen Markt fanden wir in der Einkaufsstraße, hier war der Handel noch in vollem Gang.

Jetzt wollten wir aber doch endlich zum Hafen. Als wir das erste Stück des Mittelmeeres sahen nahmen wir von unserem Plan Abstand. Es schien noch sehr weit zu sein, auch das Handy half uns nicht weiter. Außerdem war es einfach nur heiß, sehr heiß. Wir kamen zu einer kleinen Bar und nahmen unter dem Sonnenschutz Platz. Kaffee und Wasser war unser dringendster Wunsch.
Dann suchten wir mit aller Ruhe in der Karte und fanden ein paar Kleinigkeiten die uns gut gefallen haben. Eine Platte mit Käse, Oliven und natürlich San Daniele. Was für ein Genuss.

Ein Tramper setzte sich auf einen Stuhl vor die Bar und fragte den Besitzer nach Wasser für seinen Hund. Erfreut war der Barbesitzer nicht, denn mit einer Bestellung war nicht zu rechnen.

Wir luden den jungen Mann ein von unserer Platte mit dem leckeren Schinken etwas zu essen.
Dankend nahm er an und wir unterhielten uns nett mit ihm. Allerdings verdunkelten sich auch meine Gesichtszüge etwas als der Hund den guten Schinken verschlang ohne vor Vergnügen die Augen zu verdrehen. Ciao, San Daniele. Aber wir waren ja auch satt und so gönnten wir letztendlich dem Hund diesen Genuss.

Nach dieser sehr langen Pause ging es fast direkt zum Auto und wir verließen Livorno.
Auf dem Rückweg sahen wir zum wiederholten Mal San Miniato auf dem Hügel rechts der SS67 und die Entscheidung war gefallen. Runter von der Strada und ab nach San Miniato.
Da ging es schon mächtig den Berg hoch. Auch als wir geparkt hatten spürten wir das am eigenen Körper, aber unsere Füße trugen uns wacker den Berg hinauf. Die Belohnung war ein wunderbarer Ausblick über die Landschaft und ein gemütliches Plätzchen mit einem alkoholfreien Cocktail. So kann man es gut aushalten.

Ein spektakuläres Ereignis will ich aber noch erzählen. Natürlich war es auch hier sehr warm und es waren fast nur Touristen zu Fuß unterwegs.
Daher fiel uns ein junger Mann mit seinem Terrier auf.
Der Hund blieb plötzlich stehen und drehte sich zu einer Hauswand und erledigte dort sein Geschäft.
Er war aber so nah an der Wand das der Boden nicht beschmutzt wurde. Selbst der junge Mann musste lachen als er das sah. Seit diesem Tag habe ich immer dieses Bild vor Augen wenn Jemand mit dem Spruch „ja sch… die Wand an“ daherkommt.

28.06.

Siena!
Was wir nicht wussten: der Palio war sollte bald stattfinden und überall waren die Vorbereitungen zu sehen. Die verschiedenen Contraden (Stadtteile) schmückten die Straßen mit ihren Fahnen.
Die Piazza del Campo war schon mit der üblichen Schicht einer Lehmmischung bedeckt damit die Pferde bei den Rennen möglichst nicht ausrutschen und sich verletzen. Der Innenraum war mit einem mächtigen Holzzaun umgeben um die Zuschauer von der Rennbahn fernzuhalten.
Man spürte überall die Vorfreude und die Anspannung auf das bevorstehende Ereignis, eines der härtesten Pferderennen der Welt.
Menschenmassen durchpflügten die Stadt und trotzdem fühlten wir uns wohl.
Zwar qualmten die Füße aber irgendwie machte das nichts und das Cafè NANNINI haben wir ja auch noch gefunden!
In einzelnen Straßen ab vom Campo standen Tische und Stühle um den Besuchern Platz zu bieten.
Es wurde in etlichen Küchen an der Straße in sehr großen Töpfen gekocht. Alles für DAS Ereignis.
Das „Palio-Fieber“ hatte uns gepackt, besonders aber Anne.

29.06.
Florenz ist heute angesagt.
Die Fahrt dort hin macht nicht wirklich Spaß. Über die „Schnellstraße“ (immerhin 2-spurig), die Livorno mit Florenz verbindet, geht es in die Stadt der Medici.
Tatsächlich finden wir in diesem Getümmel einen Parkplatz. Per Pedes geht es in Richtung
Palazzo Vecchio, Dom und Ponte Vecchio. Es ist voll. Jeder der auch nur noch einigermaßen laufen kann scheint sich im Zentrum von Florenz aufzuhalten. Es ist der Wahnsinn.
Der Palazzo Vecchio und der Platz davor gleicht einen Freilichtmuseum.

Tatsächlich sind dort Kunstwerke von Bildhauern zu sehen, reichlich davon. Aber noch mehr kurze Hosen, Sonnenbrillen, Sonnenhüte, Kameras, Handys, Selfiesticks und Tablets.
Natürlich machen auch wie Fotos. Dann aber schnell (soweit es der Verkehr zulässt) zum Dom. Auf dem Weg dorthin bestaunten wir die Auslagen von bekannten Designern in den Schaufenstern und gönnten uns ein Eis bei „Venchi“, den Preis habe ich vergessen oder verdrängt, auf jeden Fall sah der Laden cool aus, irgendwie anders als andere Eisdielen.
Da war er nun, der Dom.

Prachtvoll wie die Schlange der Menschen die in von innen besichtigen wollen. Gegenüber das Baptisterium. Jetzt mussten wir uns erst einmal informieren ob wir Eintrittskarten für den Dom benötigen. Anstehen heißt es mal wieder.
Eintrittskarten für den Dom benötigen wir nicht! Also geht es ans Ende der Schlange.
Wir verkürzten die Wartezeit damit die Leute um uns herum zu beobachten, nett war es.

Nun waren wir dran. Endlich durften wir den Dom betreten und waren total enttäuscht.
Da wir uns ja nicht zu den Kunsthistorikern und Architekten zählen können, konnten wir mit dem relativ nüchternen Inneren des Doms wenig anfangen. Gegenüber seinem Äußeren Erscheinungsbild und gemessen am Dom von Siena hat sich das Warten nicht gelohnt.
Immerhin war es hier angenehm kühl. Da führte ja noch eine Treppe nach unten in die Katakomben, aber da war nach wenigen Schritten Schluß, außer man überwindet das Drehkreuz mit dem Einwurf von Münzen. Dies und die Menschenmassen ließen und dann aber schnell wieder nach draußen flüchten, in die Hitze der Stadt.
Apropos Hitze, Trinken und Essen waren jetzt angesagt.
An der Piazza della Repubblica fanden wir das Hard-Rock-Cafe und dort gönnten wir uns eine Pause. Natürlich kauften wir auch ein, unter anderem ein T-Shirt für Till vom Hard-Rock-Cafe Florenz.
Nach einer längeren Pause in den klimatisierten Räumen wollten wir die Ponte Vecchio sehen. Zuerst sahen wir mal wieder viele Menschen und auf der Brücke Schmuckgeschäfte in Reih und Glied. Im 16. Jahrhundert wurde vom Großherzog beschlossen das nur noch Goldschmiede auf dem Ponte Vecchio handeln dürfen, denn die Geruchsblästigung durch Gerber und Schlachter war zu stark geworden. Dieser Beschluß hat heute noch Gültigkeit.
Der Weg führte uns vor den Palazzo Pitti, den sahen wir uns aber nur von außen an.
Unser eigentliches Ziel war die Piazzale Michelangelo. Zum Glück wusste ich vorher nicht wie anstrengend der Weg bei dem Wetter dort hinauf sein sollte. Anfangs ging es am Arno vorbei. Aber schon bald ging es bergauf zu unserem Ziel, ausschließlich bergauf!
Oben angekommen wurden wir aber mit einen grandiosen Blick auf Florenz belohnt und etwas Wind. Der war bei diesen Temperaturen sehr willkommen.

Nachdem wir ausgiebig fotografiert hatten traten wir den Rückweg an.
Irgendwann kamen wir dann auch zu Auto und wir fuhren zurück nach Castelfiorentino.

Auf dem Weg durch Florenz nach ich dann auch noch eine Straße mit, durch die nur bestimmte Fahrzeuge fahren dürfen.
Aber wie sollte ich das bei dem Schilderchaos lesen und verstehen können? Irgendwann Zuhause war auch Post aus Florenz da.
Die Fahrt direkt entlang der Ponte Vecchio kostete rund 80,- Euro, aber das habe ich ja erst viel später erfahren.

30.06.

Zum Abschluss fuhren wir noch einmal durch das Herz der Toskana.
Wir besuchten das Castello di Querceto, denn es lag auf dem Weg und dann fuhren wir nach Greve in Chianti und schauten uns den Ort an, tranken Cappucino und aßen Süßes, dabei beobachteten wir das Treiben im Ort. Wir hatten einen sicheren Platz gefunden, denn es regnete zur Abwechslung mal.

Am Abend wurden die Mopeds auf dem Hänger verladen und wir nahmen unser letztes (Abendmahl) ein.
Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen.
Die lange Rückfahrt lag nun vor uns, allerdings war noch 1 Zwischenstopp irgendwo in Bayern geplant. Das Ziel für die Übernachtung suchten wir unterwegs aus.

Alles in Allem ein schöner Urlaub der aber leider etwas zu heiß war, aber das Problem hatten zu dieser Zeit auch andere.

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